top of page

Oxy3 beim Herbstseminar des Werkfeuerwehrverbands Bayern: PAK-Abbau und Dekontamination im Fokus

vor 3 Tagen
3 Min. Lesezeit

Auf Einladung des Werkfeuerwehrverbands Bayern e. V. (WFV Bayern) präsentierte Dr. Wolfgang Staber, Geschäftsführer der Oxy3 Ozongeräte Produktion GmbH, am 21. Oktober 2026 das Oxy3-Verfahren zur Dekontamination von persönlicher Schutzausrüstung und Einsatzfahrzeugen.


PAK-Abbau und Dekontamination im Mittelpunkt

PAK-Moleküle
PAK-Moleküle

Das zweitägige Herbstseminar des WFV Bayern fand am 20. und 21. Oktober 2026 in Neuburg an der Donau statt. Während der erste Veranstaltungstag dem vorbeugenden Brandschutz gewidmet war, standen am zweiten Tag die Themen „Einsatz und Technik“ im Mittelpunkt.

Unter dem offiziellen Vortragstitel „PAK-Abbau/Geruchsbeseitigung mit Oxy3-Verfahren – PSA und Einsatzfahrzeuge“ stellte Dr. Wolfgang Staber die Möglichkeiten des Oxy3-Verfahrens zur Behandlung schadstoffbelasteter Ausrüstung und Fahrzeuginnenräume vor.

Der Fachvortrag stieß auf reges Interesse und führte zu zahlreichen Fragen und weiterführenden Gesprächen. Zahlreiche Fragen aus dem Auditorium zeigten die Relevanz, wenn nicht sogar Brisanz des Themas für die Teilnehmenden. Auch abseits des Vortrags ergaben sich intensive Fachgespräche über die Technologie und ihre Anwendungsmöglichkeiten im Feuerwehrwesen.

Unser Vertriebspartner in Bayern Birnthaler Feuerwehrbedarf war ebenfalls vor Ort vertreten und informierte an einem eigenen Messestand über das Oxy3-Verfahren.


Dekontamination als Kernaufgabe professioneller Einsatzhygiene

Warum das Thema gerade für Werk- und Berufsfeuerwehren von besonderer Bedeutung ist, wird bei einem Blick auf die gesundheitlichen Risiken und die Verantwortung professioneller Feuerwehrorganisationen deutlich.

Bei Brandeinsätzen können Feuerwehrkräfte einer Vielzahl gesundheitsgefährdender Stoffe ausgesetzt sein. Dazu zählen auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen einige als krebserzeugend eingestuft sind. Schadstoffbelastungen betreffen dabei nicht allein den unmittelbaren Einsatz: Rückstände können an persönlicher Schutzausrüstung und Einsatzgegenständen haften bleiben und in Fahrzeuge oder Feuerwehrhäuser verschleppt werden.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO hat die berufliche Exposition als Feuerwehrkraft 2022 als krebserzeugend für den Menschen (Gruppe 1) eingestuft. Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) weist ausdrücklich auf die Bedeutung konsequenter Einsatzhygiene und der Vermeidung von Kontaminationsverschleppung hin.



Werk- und Berufsfeuerwehren haben besondere Verantwortung

Als professionelle Organisationen sind sie in betriebliche Strukturen eingebunden. Der Schutz ihrer Einsatzkräfte ist damit auch eine konkrete arbeitsschutzrechtliche Verpflichtung.

Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) in Österreich oder das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) in Deutschland verpflichten den Arbeitgeber in seinem Geltungsbereich dazu, Gefährdungen durch gefährliche Arbeitsstoffe zu beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen. Das betrifft insbesondere Werk- und Betriebsfeuerwehren in Unternehmen. Eine bestimmte Dekontaminationstechnologie wird dadurch nicht vorgeschrieben, wohl aber die Auseinandersetzung mit vorhandenen Gefährdungen und geeigneten Schutzmaßnahmen.

Gleichzeitig verfügen Werk- und Berufsfeuerwehren – leider im Gegensatz zu vielen kommunalen Verwaltungen – über die fachlichen, organisatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, um fortschrittliche Verfahren zur Einsatzhygiene systematisch zu prüfen und in bestehende Schutzkonzepte einzubinden.



Vorbildfunktion für das gesamte Feuerwehrwesen

Denn die gesundheitlichen Risiken durch Brandrückstände betreffen hauptberufliche und freiwillige Einsatzkräfte gleichermaßen. Während viele freiwillige Feuerwehren vergleichbare Herausforderungen unter deutlich begrenzteren personellen und finanziellen Bedingungen bewältigen müssen, können professionelle Feuerwehrorganisationen neue Verfahren erproben, Erfahrungen sammeln und damit Impulse für die Weiterentwicklung der Einsatzhygiene geben.

Gerade vor diesem Hintergrund gewinnen ergänzende Dekontaminationsverfahren an Bedeutung. Das Oxy3-Verfahren nutzt die oxidative Wirkung von Ozon in Kombination mit Wasserdampf, um Schad- und Geruchsstoffe zu behandeln. Es ist unter anderem für die Dekontamination geeigneter persönlicher Schutzausrüstung, Einsatzmaterialien und Fahrzeuginnenräume konzipiert. Die Anwendung erfolgt im Rahmen eines abgestimmten Dekontaminationskonzepts und ersetzt nicht die erforderliche Vorreinigung oder andere notwendige Hygienemaßnahmen.


Fachlicher Austausch mit wertvollen Impulsen

Die Einladung zum Herbstseminar des WFV Bayern bot eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Thema Schadstoffbelastung und Dekontamination mit Fachleuten aus dem Werk- und Berufsfeuerwehrwesen zu diskutieren.

Wir bedanken uns beim Werkfeuerwehrverband Bayern für die Einladung, bei den Teilnehmern für das große Interesse und die zahlreichen Fragen sowie bei unserem Vertriebspartner Birnthaler für seine Präsenz vor Ort.



Quellen

  1. Werkfeuerwehrverband Bayern e. V.: Herbstseminar 2026, Tagesprogramm „Einsatz und Technik“, 21. Oktober 2026. Offizielles Veranstaltungsprogramm (PDF)

  2. International Agency for Research on Cancer (IARC), WHO: Occupational Exposure as a Firefighter, IARC Monographs, Volume 132, 2023. Zur Veröffentlichung

  3. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV): DGUV Information 205-035, Hygiene und Kontaminationsvermeidung bei der Feuerwehr, Ausgabe Mai 2020. Zur Publikation

  4. Republik Österreich: ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG), insbesondere §§ 1, 4, 41 und 43. Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)

 

 
 
 

Kommentare


bottom of page